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Pro und Contra: Die Studienlage zur Wirksamkeit der Homöopathie – Teil 2

Die Wirksamkeit der Homöopathie

Bereits in im ersten Teil unserer Blogreihe stand die Wirksamkeit der Homöopathie im Vordergrund. Aber nicht nur die Wirksamkeit allein, sondern vor allem der oftmals geforderte (und laut Kritikern ohnehin nicht vorhandene) Beweis dieser. Dabei konnte bereits festgehalten werden, dass der Hinweis auf die Wirksamkeit der Homöopathie eindeutig gegeben ist und dieser durch weitere Studienergebnisse immer mehr untermauert wird.

Belege sind ausreichend

Um mit dem Vorurteil, „homöopathische Arzneimittel weisen keine klinische Wirkung auf“, ein für alle Mal aufzuräumen, untersuchte der unabhängige schwedische Forscher Professor Robert Hahn die aktuelle Studienlage der Homöopathie nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin. Die umfangreiche Analyse gelangte zu dem Schluss, dass „nur“ 90% aller homöopathischen Studien ausgeschlossen oder wissenschaftlich nicht haltbare Methoden angewendet werden müssen, um zum Schluss kommen zu können, dass Homöopathie beim Menschen nicht wirksam sei. Seine Ergebnisse wurden 2013 in der Zeitschrift „Forschende Komplementärmedizin“ veröffentlicht.

Durch die stetige Zunahme der Evidenz der Homöopathie erhöhte Hahn diese Zahl im Jahr 2016 um weitere 5%. Es kann demzufolge davon ausgegangen werden, dass Arbeiten, die Homöopathie als Placebo abstempeln, über 95% aller Studien bei der Erkenntnisgewinnung außer Acht lassen.

Die Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie veröffentlichte 2016 einen Reader, welcher die Erkenntnisse von Hahn noch weiter untermauert: In einem 56-seitigen Bericht wurde der aktuelle Forschungsstand zusammengefasst. Hier konnte der therapeutische Nutzen der Homöopathie und auch die Wirkung von Hochpotenzen nachgewiesen werden. Metanalysen zeigen eine deutlich bessere Wirkung homöopathischer Arzneimittel im Vergleich zu Placebo.

Klinische Studien

Hinweise auf die Wirksamkeit von homöopathischen Arzneimitteln liefern auch klinische Studien. Unter anderen führte Univ.-Prof. Dr. Michael Frass, Facharzt für Innere Medizin am Wiener AKH und Leiter der Spezialambulanz „Homöopathie bei malignen Erkrankungen“, zwei Studien durch:

Eine dieser Studien untersuchte die Wirkung von Homöopathie bei schwerkranken Sepsis-Patienten. Es handelte sich um eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie. Insgesamt wurden 70 Sepsis-Patienten, die auf der Intensivstation behandelt wurden, untersucht. Die Hälfte der Patienten bekam – zusätzlich zur schulmedizinischen Behandlung – ein homöopathisches Arzneimittel verabreicht, während die andere Hälfte ein Placebo erhielt.  In der Experimentalgruppe überlebten 75,8% der Patienten 180 Tage, während in der Placebogruppe hingegen nur 50% diese Zeit überlebten. Dieses Ergebnis ist statistisch signifikant.

Auch bei der zweiten Studie von Prof. Frass handelt es sich um eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie. Hierbei wurde erforscht, wie sich eine homöopathische Arznei auf die Extubation von Patienten auswirkt. 50 Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung, die künstlich beatmet wurden, fungierten hierbei als Probanden. Sobald diese wieder selbstständig atmen konnten, verhinderte zu viel Schleim in der Luftröhre das Entfernen des Beatmungsschlauchs. Die Hälfte der Patienten bekam zusätzlich zur routinemäßigen Behandlung ein homöopathisches Arzneimittel verabreicht, während die andere Hälfte ein Placebo einnahm. Gemessen wurde die Menge von Sekret bzw. Schleim in der Luftröhre ab dem 2 Tag der Verabreichung ebenso wie der Zeitpunkt einer erfolgreichen Extubation und die Länge des Aufenthalts im Krankenhaus. Durch die Anwendung von Homöopathie konnte der Schleim schneller vermindert werden als bei der Placebogruppe. Während die Experimentalgruppe die Intensivstation nach durchschnittlich 4,2 Tagen verlassen konnte, waren es bei der Placebogruppe im Durchschnitt 7,7 Tage. Auch dieses Ergebnis war statistisch signifikant.

Diese Studie von Prof. Frass wurde mit Kalium bichromicum C30 durchgeführt. Insbesondere das Resultat, dass sich der Schleim im Hals bei den Patienten, die das homöopathische Mittel bekamen reduzierte, lässt auf den positiven Effekt dieses homöopathischen Arzneimittels bei COPD-Erkrankungen schließen.

Experimentelle Studien

Besonders die Wirkung von Hochpotenzen wird von Kritikern gerne angezweifelt bzw. als nicht vorhanden gesehen. Univ.-Prof. Claudia Witt hat an der renommierten Charité Universitätsmedizin Berlin ein systematisches Review über 67 homöopathische in-vitro-Experimente mit verschiedenen Blutzellen und Zellkulturen durchgeführt und fand dabei positive Ergebnisse: Es zeigte sich, dass 73% der Experimente Wirkungen von Hochpotenzen zeigten, die „keine Moleküle“ der ursprünglichen Wirkstoffe mehr enthielten. 33% der Experimente wurden zudem durch unabhängige Forschergruppen wiederholt worden und stolze 75 % dieser Wiederholungen zeigten positive Ergebnisse. Die Wirkungen von „Hochpotenzen“ sind demzufolge wissenschaftlich nachweisbar. Die Ergebnisse von Prof. Claudia Witt wurden von Jürgen Clausen grundsätzlich bestätigt. Clausen berichtete über 1.500 experimentelle Studien, die 2011 in der HomBRex-Datenbank der deutschen Carstens-Stiftung registriert waren: 830 dieser 1.500 Forschungsarbeiten untersuchten Hochpotenzen mit Verdünnungen „jenseits der Loschmidt’schen Zahl“ (= homöopathische Arzneimittel, die keine Moleküle des ursprünglichen Wirkstoffs enthalten). 90 % der 830 Forschungsarbeiten (also 745 experimentelle Studien) mit Hochpotenzen zeigten positive Ergebnisse für die Homöopathie.

Erkenntnisse

Wie auch schon im letzten Beitrag erwähnt, gibt es weder einen hundertprozentigen Beweis für die Wirkung von Homöopathie noch für die konventionelle Medizin. Weil Studien immer nur die Wirksamkeit einer bestimmten Arznei bei einer bestimmten Erkrankung untersuchen. Die genannten Studien und Forschungsstände der aktuellen Studienlage nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin zeigen jedoch eindeutig die Wirksamkeit von Homöopathie.

Das hat auch die Allgemeinmedizinerin Dr. Melanie Wölk in ihrer Masterarbeit im Universitätslehrgang Natural Medicine an der Donau-Universität Krems bestätigt. Sie untersuchte die Frage, ob es Studien mit einem hohen Evidenzgrad (Ia, Ib) gibt, die die Wirksamkeit der Homöopathie nachweisen oder, ob in der Homöopathie bloß tradiertes Erfahrungswissen im Mittelpunkt steht. Das Ergebnis war eindeutig. Im untersuchten Zeitraum (2010 – 2016) sind so hochwertige Studien vorhanden, dass die wissenschaftliche Aussage berechtigt ist: „Die Homöopathie erfüllt alle Kriterien der evidenzbasierten Medizin!“ Die Forscherin hat aber auch die Hintergründe der Homöopathiediskussion in den Medien beleuchtet und herausgefunden: „Die Diskussion über die Existenzberechtigung der Homöopathie scheint nicht auf einer vorurteilsfreien und fairen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Thematik zu beruhen, sondern ein irrationaler und höchst emotionaler Streit um Weltbilder zu sein.” Dr. Wölk wurde für diese Arbeit mit dem Dr. Peithner Sonderpreis für Forschung in der Homöopathie ausgezeichnet.

Trotz dieser eindeutigen Wirknachweise der Homöopathie gilt es, weiterhin Aufklärung hinsichtlich des Wirkmechanismus der homöopathischen Arzneimittel zu leisten und Menschen auf die Vorzüge dieser Behandlung aufmerksam zu machen.

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