Komplementärmedizin in Diskussion – ein Nachbericht zur Tagung des Steirischen Tiergesundheitsdiensts vom 01.03.2019

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Komplementärmedizin in Diskussion – ein Nachbericht zur Tagung des Steirischen Tiergesundheitsdiensts vom 01.03.2019

Nicht nur Menschen, sondern auch Haus- und Nutztiere sprechen auf Homöopathie sehr gut an. Angesichts zunehmender Antibiotikaresistenzen gewinnt die homöopathische Behandlung zunehmend an Bedeutung. Um Homöopathie im Veterinärwesen weiter zu fördern und auszubauen, fand im März 2019 die Fachtagung „Komplementärmedizin in Diskussion“ statt. Diese wurde vom Verein Steirischer Tiergesundheitsdienst (TGD) in der Landwirtschaftlichen Fachschule Hatzendorf (Steiermark) veranstaltet.

Homöopathie ergänzt optimal konventionelle Behandlungen

Der Stellenwert der Komplementärmedizin, dazu gehören u.a. die Homöopathie und Phytotherapie, verändert sich rasant. Angesichts dessen ist eine Debatte über den Nutzen integrativmedizinischer Behandlungsmethoden unumgänglich. Organisiert vom Geschäftsführer des Steirischen Tiergesundheitsdienstes, Dr. Karl Bauer, fanden ÖGVH-Präsidentin Dr. Petra Weiermayer, Tierärztekammerpräsident Mag. Kurt Frühwirth sowie zahlreiche weitere hochkarätige Referenten zusammen. Unter allen Beteiligten war eines klar zu erkennen: Homöopathie als evidenzbasierte Medizin bildet eine optimale Ergänzung zur konventionellen medizinischen Behandlung.

Die vielfältigen Einsatzgebiete der Homöopathie

Von Funktionsstörungen wie Durchfall bis hin zu Verletzungen: Die nachweislich heilende Wirkung von Homöopathie kann in der Tiermedizin viel bewegen. So hatte die Tierärztekammer in ihrem Positionspapier zur Integrativmedizin erst kürzlich gefordert, den Einsatz der integrativen Veterinärmedizin als Ergänzung zur Schulmedizin festzuschreiben. Auch die Notwendigkeit der Verankerung der Integrativmedizin in der akademischen Ausbildung wird hervorgestrichen.

Bio-Landwirtschaft verlangt nach ausreichend Veterinärhomöopathen

Wird Homöopathie weiterhin gefördert, kann sie der Veterinärmedizin aber auch in der Landwirtschaft gänzlich neue Wege eröffnen. Die Anzahl der in diesem Bereich ausgebildeten TierärztInnen ist derzeit nicht ausreichend, um den Forderungen der EU-Bioverordnung nachkommen zu können – die Homöopathie wird auch in der neu überarbeiteten EU-Bioverordnung unter bestimmten Bedingungen als primäre Behandlungsoption verlangt. Österreichische Bio-Bauern sind dadurch auf eine ausreichende homöopathische Versorgung im Gesundheitswesen angewiesen. Erfolgreiche Fallbeispiele aus der Nutztierhaltung wurden hierbei von Dr. Ursula Friedmann genannt. Die Notwendigkeit, genügend Ausbildungsmöglichkeiten in der Komplementärmedizin zu schaffen, ist somit klar ersichtlich.

Dr. Petra Weiermayer: „Veterinärhomöopathie muss auf universitärer Ebene gesetzlich verankert werden.“

„Die Komplementärmedizin gehört in einigen Ländern schon zum normalen Lehrbetrieb. In Kolumbien gibt es einen gesamten Studienabschnitt, der sich nur mit der Homöopathie in der Veterinärmedizin beschäftigt. In Indien oder in der Schweiz ist die Komplementärmedizin gesetzlich in der medizinischen Ausbildung verankert.“, so das Statement der ÖGVH Präsidentin zum Status quo. Auch Fachtierarzt für Homöopathie, Michael Ridler bestätigte, dass man als Tierarzt im Biobetrieb über eine entsprechende komplementärmedizinische Ausbildung verfügen sollte, um der EU-Bio-Verordnung gerecht werden zu können. Ao. Univ.-Prof. Mag. pharm. Dr. rer. nat. Karin Zitterl-Eglseer stellte in diesem Zusammenhang den Einsatz der Phytotherapie in der Nutztiermedizin vor.

Weitere Schritte notwendig

Damit Österreich mit internationalem Standard mithalten kann, gilt es, die Integrativmedizin zu fördern und evidenzbasierte integrativmedizinische Methoden weitestgehend in das Gesundheitssystem zu integrieren. Dieses Thema sollte auch bei der nächsten TGD-Fachtagung aufgegriffen werden. Es laufen Gespräche, dass bei der österreichweiten ÖTGD-Tagung (11.-13. Oktober 2019 in St. Wolfgang) die Thematik Homöopathie in der Veterinärmedizin weiter behandelt wird. Weitere Informationen zur erfolgreichen Fachtagung vom 01.03.2019, sowie zu sämtlichen Referenten finden sich zudem auf der offiziellen Seite der ÖGVH sowie auf der Seite des Steirischen Tiergesundheitsdienstes.

Die vortragenden Experten noch mal im Überblick:

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