Der Weg zum homöopathischen Facharzt bzw. Fachtierarzt

Homöopathie lernen

Rechtliches zur Ausübung homöopathischer Medizin und Praxis

In Österreich dürfen nur fertig ausgebildete Ärzte und Ärztinnen Patienten behandeln. Das ist im österreichischen Ärztegesetz geregelt. Den Beruf des Heilpraktikers gibt es in Österreich nicht. Wird in Österreich eine Homöopathie-Ausbildung erfolgreich absolviert, verleiht die Österreichische Ärztekammer das Diplom für komplementäre Medizin: Homöopathie. Eine Ausnahme bilden Hebammen. Sie dürfen gemäß § 5 im Hebammengesetz in genau bezeichneten Fällen Arzneimittel – auch homöopathische – verabreichen.

Auch für die Veterinärmedizin gilt, dass nur fertig ausgebildete Tierärztinnen und Tierärzte Patienten homöopathisch behandeln dürfen. Fachtierärzte für Homöopathie haben ebenfalls eine mehrjährige Spezialausbildung zu absolvieren. An deren Ende steht eine Prüfung vor der Fachtierarzt-Prüfungskommission der Österreichischen Tierärztekammer. Nur so ausgebildete Tierärzte dürfen in Österreich den Titel Fachtierarzt (FTA) für Homöopathie führen. Vorstufe für die Ausbildung zum Fachtierarzt ist u.a. das Diplom der Europäischen Akademie für Veterinärmedizinische Homöopathie.

Der zertifizierte Homöopath profitiert von:

 
 

Wie sieht die Ausbildung aus?

Das erste Ausbildungswochenende widmet sich einer Einführung in Theorie und Praxis. Des Weiteren werden die Möglichkeiten und Grenzen der Homöopathie beleuchtet. Im zweiten Block – der Ausbildungsgruppe 1 – wird das theoretische und praktische Wissen vertieft. Es folgt die Teilnahme an einer Arbeitsgruppe, die sich an 15 Wochenenden innerhalb von drei Jahren trifft. Im Rahmen dieser Arbeitsgruppe werden Theorie, Praxis, Arzneimittellehre und klinische Themen behandelt. Eigene Erfahrungen und Fragen werden hier ebenfalls aufgerollt. Zusätzlich zu diesen 15 Wochenenden finden vier Intensivkurse statt. Die Teilnahme an diesen ist verpflichtend und dauert jeweils vier Tage. Neben einer vertiefenden Arzneimittellehre beinhaltet dieser Teil vor allem die praktische Arbeit mit Patienten. Am Ende der Ausbildung steht ein Kolloquium. Sie dokumentieren in Krankengeschichten ihre Erfahrungen mit der Homöopathie und besprechen diese mit der Prüfungskommission. Im Rahmen des Kolloquiums werden auch theoretisches Wissen und die Kenntnisse über 120 Arzneimittel geprüft. Die Ausbildung zum Homöopathen kann entweder bei der ÖGHM in Wien oder der ÄKH in Linz absolviert werden. Beide Ausbildungen folgen den Diplomrichtlinien der Österreichischen Ärztekammer. Nach erfolgreichem Abschluss sind Sie berechtigt, das ÖÄK-Diplom „Komplementäre Medizin: Homöopathie“ zu führen.

Der Ausbildungslehrgang für Hebammen beginnt mit einer allgemeinen Einführung zu den Grundlagen der Homöopathie. Die weiteren Einheiten umfassen die Themen Schwangerschaft, Geburt, Stillen und Säuglinge. Im Laufe des Lehrgangs werden die 70 wichtigsten Arzneien vorgestellt. Schon ab dem ersten Wochenende werden praktische Anwendungsfälle und Arzneimittel gelehrt. Die Übung anhand von Krankengeschichten ist ein wichtiger Bestandteil der Homöopathie-Ausbildung für Hebammen. Den Abschluss bildet eine Prüfung. Insgesamt dauert diese Ausbildung sieben Wochenenden oder 126 Stunden. Durchgeführt wird der Lehrgang von zwei erfahrenen Ärzten und einer Hebamme.
Die Ausbildung „Homöopathie für Pharmazeuten“ beginnt mit einem Einführungskurs. In diesem werden Theorie und Praxis gelehrt. Weitere Inhalte umfassen die Einsatzmöglichkeiten der Homöopathie. Danach wird das theoretische und praktische Wissen in einem weiteren Block – der Ausbildungsgruppe 1 – vertieft. In den Ausbildungsgruppen zwei bis fünf wird Spezialwissen zur Homöopathie vermittelt. Sie erfahren mehr über akute Erkrankungen, sodass Sie Kunden fundiert beraten können. Es folgen zwei spezielle Pharmazieteile: Im ersten wird die Herstellung von homöopathischen Arzneimitteln gelehrt, der zweite umfasst das Gespräch an der Tara. Dabei wird es um die Frage gehen, was im Gespräch mit den Kunden wichtig ist. Abgerundet wird die Grundausbildung durch die Teilnahme an zwei Arzneitagen. An diesen wird das Arzneimittelwissen vertieft. Die Ausbildung schließt mit einer Prüfung ab. Durchgeführt wird der Lehrgang von namhaften Ärzten. Drei Pharmazeuten mit langjähriger Homöopathie-Erfahrung ergänzen das Referententeam.
Die Ausbildung zum Fachtierarzt für Homöopathie umfasst 120 Stunden theoretische Ausbildung. Dazu zählen Fortbildungskurse im Ausmaß von 60 Stunden. Zu den Inhalten gehören Grundlagen und Methodik der Homöopathie sowie die Arzneimittellehre und Repertorisation. Kurse der Humanhomöopathie werden im Ausmaß von maximal 20 Stunden anerkannt. Weitere 60 Stunden sind im Rahmen von postgradualen Arbeitskreisen zu absolvieren. Diese dienen unter anderem der Erarbeitung von Arzneimittelbildern, dem Erfahrungsaustausch und der Diskussion von Kasuistiken. Die praktische Ausbildung zum Fachtierarzt für Homöopathie umfasst eine mindestens fünfjährige, tierärztliche Berufsausübung. Innerhalb dieser muss eine mindestens dreijährige, eigene homöopathische Tätigkeit erfolgt sein. Diese Praxis kann einerseits bei einem Fachtierarzt für Homöopathie erworben werden, andererseits kann sie durch die Supervision von 50 eigenen Fällen durch einen Fachtierarzt für Homöopathie innerhalb von drei Jahren und Absolvieren einer Lehrpraxis im Ausmaß von 20 Stunden erfolgen. In diesem zweiten, wichtigen Bereich der Ausbildung wird das Case Management - also die praktische Arbeit am Patienten - geübt. Die Teilnahme an einer Arzneimittelprüfung im Rahmen der praktischen Ausbildung ist zwar nicht obligatorisch, aber doch wünschenswert.

Den dritten, großen Teil der veterinärmedizinischen Homöopathie-Ausbildung bildet die Facharbeit für Veterinärhomöopathie. Eine positiv beurteilte Facharbeit ist Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung. Diese findet vor der Prüfungskommission der Österreichischen Tierärztekammer statt.

Um die Ausbildung abzuschließen, ist außerdem eine Kasuistik im Rahmen einer ÖGVH-Tagung vorzutragen.

Für wen ist die Grundausbildung anrechenbar?

Die Dauer der Fortbildung sieht insgesamt 350 anrechenbare Fortbildungsstunden vor. Davon sind 200 Stunden Theorie und 150 praktische Stunden zu absolvieren. Die gesamte Grundausbildung erstreckt sich über drei Jahre und schließt mit einem Kolloquium ab. Nach bestandener Prüfung erhalten Ärzte das ÖÄK Diplom „Komplementäre Medizin: Homöopathie“.
Der Lehrgang ist von der Österreichischen Apothekerkammer im Ausmaß von 126 Stunden für den Weiterbildungsbereich „Naturheilkunde und Homöopathie“ approbiert.
Die Homöopathie-Ausbildung für Hebammen dauert insgesamt sieben Wochenenden. Das Österreichische Hebammengremium vergibt für den Lehrgang 75 freie Fortbildungspunkte
Die Ausbildung zum Fachtierarzt für Homöopathie (FTA) beinhaltet 120 anrechenbare Theoriestunden. Zusätzlich muss eine mindestens fünfjährige praktische Tätigkeit sowie innerhalb dieser eine dreijährige, fachspezifische, homöopathische Tätigkeit nachgewiesen werden.
Studenten der Humanmedizin können bis zu 150 Stunden der Homöopathie-Ausbildung bereits während ihres Studiums absolvieren. Diese werden voll angerechnet. Für Studenten der Veterinärmedizin wird eine Homöopathie-Ausbildung, die bereits während des Studiums absolviert wird, im Ausmaß von maximal 15 Stunden anerkannt.