Wie werde ich Fachtierarzt für Veterinärhomöopathie?

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Wie werde ich Fachtierarzt für Veterinärhomöopathie?

Tierärzte behandeln ihre Patienten ebenfalls in Zuge der Veterinärhomöopathie.

Bevor sich ein Tierarzt „Fachtierarzt für Homöopathie“ nennen darf, muss er eine langjährige intensive Ausbildung absolvieren. Sie folgt genauen Richtlinien und umfasst sowohl Theorie als auch Praxis. Doch der Einsatz lohnt sich, denn die Homöopathie ist beliebt: Nicht nur in der Humanmedizin, auch in der Veterinärmedizin kommt sie immer häufiger zum Einsatz.

Die Liste der Themengebiete, die während der theoretischen Ausbildung durchgenommen werden muss, ist lang. Neben der Geschichte der Homöopathie und einem Überblick über die unterschiedlichen Strömungen umfasst die Einführung Grundlagenwissen. Dazu gehören die Ähnlichkeitsregel, die Arzneimittelprüfung, die homöopathische Pharmazie, die Potenzierung, das Arzneimittelbild, die Symptomklassifizierung und vieles mehr.

Theorieschwerpunkt: Methodik der Homöopathie

Bei der Methodik der Homöopathie ist das Inhaltsverzeichnis noch länger: Es beginnt – wie jede homöopathische Behandlung – mit der Anamnese und führt über die Hierarchisation der Symptome zu einer Anleitung, auf welchen Wegen der Homöopath die individuell passende homöopathische Arznei, das Simile finden kann. Akute, chronische und epidemische Erkrankungen in der Veterinärhomöopathie werden ebenfalls besprochen.

Einen weiteren großen Teil dieses Schwerpunktes bildet die Arzneimittellehre. Von den Prüfungskandidaten wird detailliertes Wissen über 45 Arzneimittel und Basiswissen über weitere 59 Arzneimittel verlangt. Die Arzneimittelbilder dieser Einzelmittel werden auch in verpflichtenden Arbeitskreisen erarbeitet. In diesen geht es zudem um das gemeinsame Erarbeiten wichtiger Literatur und um den Erfahrungsaustausch. Arbeitskreise werden von einem Fachtierarzt für Homöopathie geleitet. Insgesamt sieht der Lehrplan 120 Theoriestunden vor. Diese können im Rahmen der Ausbildung, die von der Europäischen Akademie für Veterinärmedizinische Homöopathie (EAVH) angeboten wird, an 13 Wochenenden innerhalb von drei Jahren absolviert werden. Die Ausbildung der EAVH, die mit dem Diplom abschließt, bietet eine ausgezeichnete Grundlage für den Fachtierarzt für Homöopathie. Es werden aber auch andere Kurse und Veranstaltungen von der ÖGVH anerkannt. Welche dazuzählen, ist der Ausbildungsrichtlinie zum Fachtierarzt zu entnehmen.

Ausbildungsschwerpunkt: Praxis der Veterinärhomöopathie

Besonders wichtig ist die praktische Ausbildung zum Veterinärhomöopathen. Diese kann auf unterschiedlichen Wegen absolviert werden: Einerseits kann das praktische Wissen in einem mindestens dreijährigen Dienstverhältnis bei einem Fachtierarzt für Homöopathie gewonnen werden. Andererseits kann man es im Rahmen einer Supervision von 50 eigenen Fällen innerhalb von drei Jahren und der Teilnahme an einer 20-stündigen Lehrpraxis erwerben. In der Lehrpraxis wird das „Case Management“, welches die Anamnese, die Arzneifindung, die Folgeordination und theoretische, jedoch praxisrelevante Themen umfasst, behandelt.

Die Prüfung zum Fachtierarzt für Homöopathie

Bevor man zur Prüfung antreten kann, ist noch eine Hürde zu meistern: Das Verfassen einer Facharbeit zu einem Thema der veterinärmedizinischen Homöopathie. Diese Facharbeit muss allen wissenschaftlichen Kriterien entsprechen. Erst nach Absolvieren der theoretischen und praktischen Ausbildung sowie der positiven Beurteilung der Facharbeit, darf zur Prüfung angetreten werden. Zum Nachweis der praktischen Ausbildung sind der Anmeldung zur Prüfung zehn selbständig erarbeitete und gut dokumentierte, akute und chronische Fälle von mindestens zwei Tierarten beizufügen. Die Prüfung selbst besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Ersterer umfasst einen Fall, den der Prüfungskandidat analysieren und repertorisieren muss. Der mündliche Teil besteht aus Fragen zu Theorie und einem Fall aus der Praxis.

Die Ausbildung zum Fachtierarzt für Homöopathie ist zwar umfangreich, doch sie zahlt sich definitiv aus: Immer mehr Tierbesitzer wünschen sich eine homöopathische Behandlung ihrer Tiere. Außerdem wird die Homöopathie neben der Phytotherapie in der Bioverordnung der Europäischen Kommission für die biologische Nutztierhaltung sogar empfohlen. Eine Ausbildung zum Fachtierarzt für Homöopathie ist also eine gute Investition in die eigene Zukunft.

Die Ausbildungsrichtlinie zum Fachtierarzt für Homöopathie (Stand November 2016) kann bei der Österreichischen Tierärztekammer angefordert werden und enthält alle Details zur Ausbildung. Auch die Webseite der ÖGVH fasst die Anforderungen des Fachtierarztes zusammen.

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