Homöopathie in Österreich – wann übernehmen Krankenkassen die Kosten?

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Homöopathie in Österreich – wann übernehmen Krankenkassen die Kosten?

Gewissen Kosten übernimmt die Krankenkasse im Falle einer homöopathischen Behandlung.

Die allgemeinen Bedingungen, unter welchen Krankenkassen die Kosten in Österreich für eine homöopathische Behandlung übernehmen, ist eines der zentralen Themen, wenn es um die Anwendung der Homöopathie geht.

Einstufung von Homöopathie

Krankenkassen ordnen die Homöopathie als Disziplin der Alternativmedizin zu. Das bedeutet, dass sie als Alternative zu wissenschaftlich nachgewiesenen Behandlungsmethoden eingestuft wird. Unter anderem werden hier auch Naturheilverfahren, Körperheilverfahren und weitere Therapien aufgelistet wie z.B.: Osteopathie und Akupunktur. Grundsätzlich tragen die gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten dieser Behandlungsmodelle nicht. Außer, wenn alle schulmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind und eine homöopathische Therapie eine Verbesserung der Situation bringen kann. Für eine generelle Kostenübernahme durch die Krankenkassen ist eine gesetzliche Anerkennung der homöopathischen Medizin erforderlich. Dafür setzt sich die ÖGHM und die ÖGVH vehement ein, z.B. unter www.homöopathie-als-kassenleistung.

Einstufung von Homöopathika

Homöopathische Mittel haben keine höheren Kosten als andere Arzneimittel. Manchmal sind diese sogar wesentlich billiger. Eine erste Anamnese bei einem Homöopathen kann zwischen 100 und 250 Euro kosten. Dabei erfolgt eine sehr gründliche Untersuchung, um das passende Simile und eine passende Behandlung zu finden. Dieser Preis wirkt vorab etwas höher, da wir über die gesetzliche Versicherung gewohnt sind, dass keine Kosten für Arztbesuche anfallen. In Österreich übernehmen zusätzlich dazu, anders als in der Schweiz oder in Deutschland, nur private Zusatzversicherungen die Kosten für eine homöopathische Behandlung.

Es besteht allerdings die Möglichkeit, den homöopathischen Arzt als Wahlarzt anzuführen. Somit kann pro Quartal eine Behandlung bei der Krankenkasseeingereicht werden. Von dieser erhalten Patienten einen kleinen Teil der Kosten rückerstattet, falls nicht in diesem Quartal ein Kassenvertragsarzt in Anspruch genommen wird.

Ausnahmeregelung bei der BVA

Die BVA (Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter) führt bei Ausnahmefällen eine Kostenübernahme einer homöopathischen Behandlung an. Hier ist ein Behandlungsverlauf des behandelnden Arztes, inklusive genauer Angaben über die eingenommenen Medikamente und deren Wirkung einzubringen. Die BVA hat hierzu ein präzises Verfahren bezüglich der Bewilligung von Heilmitteln in einem „Erstattungskodex“ zusammengeführt.

Die Privatversicherungen

Im Kontext einer homöopathischen Behandlung in Österreich ist es ratsam, eine Zusatzversicherung bei einer privaten Versicherungsanstalt abzuschließen. Die bekanntesten Versicherungen hier wären: Wiener Städtische, Uniqa, Generali, Merkur oder Allianz. Als Zusatz machen es diese Versicherungsanstalten möglich, bis zu 100 Prozent der Kosten für Alternativmedizin zu erstatten. Allerdings fallen die monatlichen Prämien für diese Versicherungen je nach Alter und Geschlecht anders aus. Die ÖGHM führt hierfür eine Liste, wonach ungefähr:

  • 10 bis 25 Euro für Kinder bis 18 Jahre
  • 22 bis 45 Euro für eine 33-jährige Frau
  • 24 bis 43 Euro für einen 45-jährigen Mann zu bezahlen sind.

Es wird auch darauf eingegangen, dass sich bei einer Versicherung der gesamten Familie, die Prämien verringern. Außerdem wird im Zuge der jährlichen Arbeitnehmerveranlagung eine freiwillige Weiterversicherung als Sonderausgabe steuerlich begünstigt. Weitere Informationen hierzu erhalten Interessierte beim Finanzministerium.

Sollte über einen längeren Zeitraum eine homöopathische Behandlung in Betracht gezogen werden, wäre es eindeutig von Vorteil, über eine zusätzliche Privatversicherung nachzudenken. Insgesamt verringern sich die Kosten hierbei langfristig. Zusatzversicherungen bieten den Patienten zudem die Möglichkeit, ihre Kosten weiterführend abzusetzen.

2 Comments

  1. Louise sagt:

    Muss das denn dann ein Wahlarzt verschreiben? Ich dachte immer, dass die Krankenkassen nur das übernehmen, was einem Patienten verschrieben wird. Ist ja interessant, dass trotz wissenschaftlicher Anerkennung nicht alles genehmigt wird.

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