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Krankenkassen vs. Homöopathie

Krankenkassen

Krankenkassen

Die Kosten für homöopathische Behandlungen werden in Österreich nur in Ausnahmefällen von den Krankenkassen erstattet. Etwa, wenn alle schulmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind und eine homöopathische Therapie eine Verbesserung der Situation bringen kann. Ansonsten übernehmen nur private Zusatzversicherungen auch für Homöopathie die Kosten. Dabei sind die Kosten für homöopathische Behandlungen – obwohl es gerne behauptet wird – nicht höher als für herkömmliche medizinische Behandlungen.

Homöopathie in Europa

In Europa ist der Umgang mit der Homöopathie sehr unterschiedlich. So wurde in der Schweiz die homöopathische Behandlung längst in den Leistungskatalog der Schweizer Grundversicherung aufgenommen und ist zeitlich unbegrenzt für jedermann zugänglich. Auch in Deutschland übernimmt ein Großteil der Krankenkassen die Kosten für eine ärztlich-homöopathische Behandlung.

Das Vertrauen in die Homöopathie ist in Österreich sehr hoch

In der Bevölkerung ist die Homöopathie sehr beliebt. Etwa 50 Prozent der Österreicher ab 15 Jahren verwenden zumindest einmal im Jahr homöopathische Mittel. Zudem setzen über 60 Prozent der Österreicher großes Vertrauen in die Leistungen der homöopathischen Medizin. Dies gilt insbesondere für die Behandlung von Kindern. So verwenden zirka 70 Prozent der Familien mit Kindern bis zu sechs Jahren und 62 Prozent der Familien mit Schulkindern regelmäßig homöopathische Arzneimittel. Auch in den meisten komplementärmedizinischen Abteilungen von Spitälern werden homöopathische Behandlungen angeboten. Diese dürfen in Österreich ausschließlich von speziell geschulten Ärzten angewandt bzw. verordnet werden. Das stärkt das Vertrauen in die Homöopathie zusätzlich.

Kosten für die Homöopathie

Homöopathische Arzneimittel sind in Apotheken erhältlich und nicht teurer als herkömmliche Arzneimittel. Lediglich die Kosten für die Behandlung durch einen Homöopathen variieren stark: Zum einen, weil es keine gesetzliche Preisregelung gibt. Zum anderen, weil ihre Dauer von der Art und Schwere der Erkrankung abhängt. Insbesondere die Erstanamnese bei einem Homöopathen kann mit 100 bis 250 Euro teuer erscheinen. Sie erfolgt jedoch besonders gründlich, da homöopathisch ausgebildete Ärzte nach den Regeln der Homöopathie den ganzen Menschen im Blick haben. Dabei werden alle körperlichen, psychischen und sozialen Details aufgenommen, um die passende homöopathische Arznei zu bestimmen. Da sich der Arzt für eine ausführliche Anamnese viel Zeit nimmt, können dafür bis zu zwei Stunden vergehen. Leider erstatten die Gebietskrankenkassen nur etwa ein Zehntel, also ca. 18 Euro, pro Arztbesuch.

Homöopathie – Ein Vorteil für die Krankenkassen in Österreich

Eine homöopathische Behandlung oder homöopathische Arzneimittel werden von der gesetzlichen Krankenkasse in Österreich nicht erstattet. Obwohl Studien belegen[1], dass die Therapiekosten bis zu 25 % geringer sein können, als in der konventionellen Medizin. Einige private Zusatzversicherungen übernehmen die Kosten für Homöopathie bis zu 100 %, manche erstatten aber auch nur Teilbeträge.

Die Frage nach den Kosten für die medizinische Behandlung wurde bereits in Deutschland, Holland und der Schweiz untersucht. In allen Studien[2] kam man zu ähnlichen Aussagen: Entweder fallen für homöopathisch behandelte Patienten weniger Kosten an (ca. 11%) oder die Behandlungserfolge bei dieser Gruppe sind deutlich besser. Diese Erkenntnis hat in der Schweiz dazu geführt, dass sich in einer Volksbefragung eine deutliche Mehrheit für eine Aufnahme der Homöopathie in den Leistungskatalog der Schweizer Grundversorgung ausgesprochen hat.

Zusatzversicherung

In Österreich kann es daher ein Vorteil sein, eine Zusatzversicherung abzuschließen. Verschiedene Versicherungen (z.B. Uniqa, Wiener Städtische, Merkur, Allianz) bieten Zusatzversicherungen an, welche die Kosten für homöopathische Behandlungen übernehmen. Vor allem bei chronischen Erkrankungen und bei Kleinkindern, die akut krank werden, sind eventuell häufigere Arztbesuche notwendig.

 

[1] vgl. Witt C. et al (2005): “Outcome and costs of homoeopathic and conventional treatment strategies: A comparative cohort study in patients with chronic disorders”. Complementary Therapies in Medicine 13, S. 79‐86

[2] vgl. Kooreman Peter/Baars Erik W.(2011): “Patients whose GP knows complementary medicine tend to have lower costs and live longer”. Eur J Health Econ sowie Melchart D./Mitscherlich F./Amiet M./Eichenberger R./Koch P. (2005): „Programm Evaluation Komplementärmedizin – Schlussbericht.“ sowie Busato A (2005): “The Quality of Primary Care Provided by Physicians Certified in Homeopathy in Switzerland” sowie Bornhöft G. et al. (2005): “Health Technology Assessment Bericht Homöopathie” sowie Shang A. et al.(2004): “Are the Clinical Effects of Homoeopathy Placebo Effects? Comparative Study of Placebo-Controlled Trials of Homoeopathy and Allopathy”

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