Homöopathie im Kampf gegen Antibiotikaresistenz

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Homöopathie im Kampf gegen Antibiotikaresistenz

Homöopathie im Kampf gegen Antibiotikaresistenz

Homöopathie im Kampf gegen Antibiotikaresistenz

Bereits vor über 100 Jahren erkannte der Mediziner und Mikrobiologe Robert Koch, dass Bakterien zwar ein kleiner, aber dennoch sehr gefährlicher Feind des Menschen sind. Durch die Entdeckung von Antibiotika gelang es dem Menschen den Bakterien ein Schnippchen zu schlagen – doch der Erfolg sollte nicht von Dauer sein. Krankheitserregern gelingt es zunehmend durch den übermäßigen und teilweise unsachgemäßen Einsatz von Antibiotika eine Widerstandsfähigkeit gegen diese Medikamente zu entwickeln und Resistenzen auszubilden. Durch die Stärkung der körpereigenen Abwehrreaktionen, könnte sich so die Homöopathie im Kampf gegen Antibiotikaresistenz als nützlich erweisen.

Potenzial der Integrativmedizin zur Reduktion der Anwendung von Antibiotika

Die vielversprechende Evidenz der Wirksamkeit von Homöopathie in unterschiedlichen Indikationen wurde schon 2012 in einem australischen Report gezeigt. Diesjährig wurde auch erstmals in der Geschichte am Symposium zum Antibiotikatag  des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz in Zusammenarbeit mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien, der Medizinischen Universität Wien, der AGES und dem Ordensklinikum Linz ein Vortrag zu Integrativmedizin gehalten. Dieser behandelte Homöopathie als effektiven Lösungsansatz gegen Antibiotika-Resistenzen  Weitere rezente Studien und Forschungsprojekte zeigen, dass bei der Behandlung bakterieller Infektionen homöopathische Arzneien sowohl im Zusammenspiel mit Antibiotika als auch als alleinige Therapien wirksam sein können. ÖGVH-Präsidentin und Leiterin der Sektion Forschung von der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Homöopathie (WissHom) Dr. Petra Weiermayer betont, dass es nicht um ein Entweder-Oder zwischen konventionellen und komplementärmedizinischen Ansätzen geht, sondern um ein Miteinander, ein Sowohl-als-Auch zum Wohle des Patienten.

ÖGVH Präsidentin und Leiterin der Sektion Forschung von der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Homöopathie Fr. Dr. Petra Weiermayer

ÖGVH Präsidentin und Leiterin der Sektion Forschung von der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Homöopathie Fr. Dr. Petra Weiermayer

In einer randomisierten, doppelblinden und Placebo-kontrollierten Studie, die auf der Intensivstation des renommierten AKH Wien durchgeführt wurde, konnten Behandlungserfolge von homöopathischen Arzneien nachgewiesen werden. Patienten, die von einer Sepsis – einer Ausbreitung von Mikroorganismen wie Bakterien im Blut – betroffen waren, erhielten zusätzlich zur Standardtherapie entweder eine homöopathische Arznei oder ein Placebo. Am Tag 180 zeigte sich, dass die Überlebensrate in der homöopathisch behandelten Gruppe signifikant höher war als in der Placebogruppe.

Ein Review Programm von Mathie et al. (2014, 2017, 2018, 2019) zeigt für individualisierte Homöopathie auch in methodisch hochwertigen Studien auf allen Qualitätsstufen Effekte, die nach Cochrane-Kriterien erkennbar sind. Integrativmedizin bietet Potential zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes. In ihrem Strategiepapier „Traditional Medicine Strategy 2014 – 2023“ fordert auch die Weltgesundheitsorganisation WHO die Aufnahme der Integrativmedizin in die nationalen Gesundheitssysteme. Die EU Kommission stellt in ihrem im European One Health Action Plan Against Antimicrobial Resistance die Forderung nach Forschung im Bereich der Integrativmedizin. Eine entscheidende Forderung der sich nebst laufenden EU Projekten wie jenem der EU Working Group zu „Appropriate use of antibiotics: the role of CAM (Complementary and Alternative Medicine) treatment strategies“  im Rahmen von JPIAMR (Joint Programm Initiative on Antimicrobial Resistance) nun auch der Bayrische Landtag anschließt. Der Bayrische Landtag hat dem Antrag: „Die Staatsregierung wird aufgefordert, durch eine Studie zu untersuchen bzw. untersuchen zu lassen, wie ein reduzierter Antibiotikaeinsatz im medizinischen Bereich realisiert werden kann. Dabei soll auch und insbesondere die Rolle alternativmedizinischer Methoden in den Blick genommen werden. Auch soll in diesem Zusammenhang eine mögliche positive Rolle von ggf. ergänzend verabreichten homöopathischen Präparaten beleuchtet werden.“ stattgegeben. 120 Abgeordnete stimmten am 07.11.2019 mit „Ja“, dagegen waren 47. Im Vorfeld hatte bereits der Gesundheitsausschuss sein positives Votum abgegeben.

Bakteriell bedingte Krankheiten und die antibiotische Revolution

Vor der Entdeckung von Penicillin und anderer Antibiotika verstarben viele Menschen bereits an kleinen Wunden, die sich infiziert hatten.  Aber auch Lungenentzündungen oder Syphilis hatten oftmals einen tödlichen Ausgang. Durch einen Zufall stieß der Biologe Alexander Fleming 1929 auf den antibakteriellen Effekt von Penicillin. Schon bald im Anschluss an seine Entdeckung zeigte sich, dass Antibiotika bei sachgemäßer Anwendung in der Lage waren viele durch Bakterien verursachte Krankheiten wirksam zu bekämpfen. Durch die Entdeckung von Penicillin stieg die durchschnittliche Lebenserwartung um einige Jahre an.

Doch der Kampf gegen die Bakterien ist nicht endgültig geschlagen. Durch ihre hohe Anpassungsfähigkeit entwickeln immer mehr Bakterien Resistenzen gegen die eingesetzten Antibiotika. Schätzungen von Experten zufolge könnten Antibiotika-Resistenzen bis 2050 mehr Leben kosten als Krebserkrankungen.

Maßnahmen zur Eindämmung von Resistenzen

Resistente Bakterien werden zu Recht als Bedrohung der öffentlichen Gesundheit angesehen. Als mögliche Maßnahme zur Eindämmung von antimikrobiellen Resistenzen diskutieren Experten eine drastische Reduktion des Einsatzes von Antibiotika – nicht nur beim Menschen, sondern auch in der Tierhaltung.

Die EU-Bioverordnung verlangt seit mehreren Jahren in der Bio-Landwirtschaft den bevorzugten Einsatz von Homöopathie und Phytotherapie. Es hat sich gezeigt, dass Veterinärmediziner mit komplementärmedizinischer Ausbildung signifikant weniger Antibiotika verschreiben als konventionell arbeitende Kollegen. Die Erfahrungen zeigen, dass durch homöopathische Behandlungsansätze nicht nur weniger Kosten anfallen, auch die Therapieerfolge von integrativen und konventionellen Ansätzen fallen gleichermaßen gut aus. Bei komplementärmedizinischer, vor allem homöopathischer Betreuung, konnte zum Beispiel in der Schweiz eine signifikante Senkung der betrieblichen antibiotischen Behandlungsinzidenz von 27 auf 18 Behandlungen pro 100 Tiere beobachtet werden.

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