Mythen und Unwahrheiten rund um die Homöopathie – Teil 2

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Mythen und Unwahrheiten rund um die Homöopathie – Teil 2

Rund um die Homöopathie gibt es viele Mythen, Vorurteile und Unwahrheiten

Kritiker der Homöopathie scheuen nach wie vor nicht davon zurück, Mythen und Unwahrheiten über die Homöopathie zu verbreiten. In Teil 1 unserer Blogserie haben wir bereits mit einigen, gängigen Mythen aufgeräumt. Nun wollen wir uns in unserem zweiten Teil weiteren Unwahrheiten widmen, die über die Homöopathie kursieren.

7) Während einer homöopathischen Behandlung muss man Diät halten

Viele Menschen glauben, dass sie im Zuge einer homöopathischen Behandlung auf vieles verzichten müssen. So etwa auf Kaffee, Alkohol, Zwiebel, Knoblauch oder Gewürze. Natürlich spielen Ernährung und Lebenswandel auch in der Homöopathie eine Rolle. Hahnemann hat in seinem Hauptwerk „Organon der Heilkunst“ ebenfalls einige Speisen und Getränke angeführt, die der Heilung chronischer Erkrankungen seiner Meinung nach entgegenstehen. Doch es wird nicht ganz so heiß gegessen wie gekocht. Einige dieser Substanzen wie Zwiebel (Allium cepa), Kaffee (Coffea) oder Tabak (Nicotiana tabacum) werden auch als homöopathische Arzneimittel in potenzierter Form verwendet. Sie haben also eine Wirkung. Hat das Nahrungs- oder Genussmittel einen Bezug zur verordneten Arznei, kann das seine Wirkung beeinflussen. Ein zu viel an Kaffee (über vier Tassen pro Tag), übermäßiger Alkoholkonsum, Medikamente oder Nikotin, können das Regulationssystem sehr fordern. In diesen Fällen ist es möglich, dass die Arznei nicht optimal wirkt. Daher sollte Rücksprache mit dem behandelnden Homöopathen gehalten werden.

Eine homöopathische Behandlung bedeutet also nicht, dass man automatisch auf alles verzichten muss. Worauf, wenn überhaupt, wird individuell nach dem Krankheitsbild und dem verordneten Arzneimittel entschieden. Wichtigster Punkt für eine erfolgreiche homöopathische Behandlung ist die Wahl des richtigen Arzneimittels.

8) Homöopathie ist nur bei akuten, unkomplizierten Erkrankungen einsetzbar

Viele Menschen stoßen erst auf die Homöopathie, wenn die konventionelle Medizin an ihre Grenzen gerät. Das ist meist bei schweren und/oder chronischen Erkrankungen der Fall. So werden homöopathische Begleitbehandlungen erfolgreich in der Krebstherapie oder bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma angewendet. In chronischen Fällen ist auch in der Homöopathie Geduld gefragt. Eine Erkrankung, die bereits 10 oder 15 Jahre besteht kann nicht von heute auf morgen geheilt werden. Eine Verbesserung ist jedoch möglich.

Die Homöopathie ist also nicht nur bei akuten, unkomplizierten Erkrankungen, sondern auch bei chronischen Beschwerden erfolgreich einsetzbar.

9) Homöopathische Arzneien sind beliebig kombinierbar

Häufig wird angenommen, dass je ein Arzneimittel für bestimmte Beschwerden eingenommen werden muss. So zum Beispiel eines für jedes Erkältungssymptom: Halsschmerzen, stockender Schnupfen, bellender Husten. Das ist ein Irrtum. Gemäß dem Ähnlichkeitsprinzip wird nach dem Arzneimittel gesucht, das alle Symptome in sich vereint, also am ähnlichsten ist. Dabei werden nicht nur körperliche Symptome berücksichtigt, sondern auch seelische Befindlichkeiten, Vorlieben, Abneigungen und einiges mehr.

Die Einnahme mehrerer Arzneimittel könnte sogar schlechte Wirkung entfalten, denn homöopathische Arzneien können einander sowohl in positiver als auch in negativer Weise beeinflussen. Daher es wichtig, dass die Einzelmittel für Komplexmittel von erfahrenen Homöopathen sorgsam zusammengestellt werden.

Homöopathische Arzneien sind nicht beliebig kombinierbar!

10) Wenn die Arznei gut wirkt soll man sie sicherheitshalber länger einnehmen

Homöopathische Arzneimittel geben dem Körper einen Impuls, stärken so das körpereigne Immunsystem und somit die Selbstheilungskräfte. Jede Arzneigabe bedeutet, dass dem Organismus ein neuerlicher Impuls gegeben wird. Ist die Heilung einmal in Gang gekommen, d.h. bessern sich die Beschwerden, sollte die Einnahme eingestellt oder zumindest die Abstände zwischen den Einnahmen verlängert werden, bis eine neuerliche Arzneigabe erforderlich ist, um das Regulationssystem wiederum anzuregen. Das gilt vor allem für die Selbstmedikation. Chronische oder schwerwiegende Beschwerden sollten nur unter ärztlicher Aufsicht behandelt werden.

11) Es gibt keine evidenzbasierten Studien zur Homöopathie

Die Realität zeigt etwas völlig anderes: Es existieren bereits über 4.000 Studien und Experimente, die sich mit der Homöopathie befassen. Bei diesen Studien wurden selbstverständlich strenge Richtlinien eingehalten, um die Qualität der Studienergebnisse hoch zu halten. Unter dieser Übersicht können Interessierte sich einen Überblick verschaffen.

12) Homöopathie wirkt nicht besser als Placebo

Zu diesem Streitpunkt existieren ebenfalls mehrere hundert placebokontrollierte Doppelblindstudien, die das Gegenteil beweisen. Bei Säuglingen und Kleinkindern, bei chronisch Schwerkranken und Patienten auf der Intensivstation, aber auch bei Tieren konnten im Zuge dieser Studien Wirkungen nachgewiesen werden, die niemals durch einen Placebo-Effekt erklärt werden können.

Weiterführende Links:

https://www.hri-research.org/hri-research/how-do-homeopathic-medicines-work/

http://www.iavh.org/de/warum-homoeopathie/antimicrobial-resistance/#c706

http://www.iavh.org/de/fuer-tieraerzte/forschung/

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