Aufklären und Informieren

Homöopathie verstehen

Die homöopathische Medizin im Überblick:

Homöopathie ist:

Ganzheitsmedizin

Definition der homöopathischen Medizin

Der Begriff „Homöopathie“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „ähnliches Leid“ (Homolos = ähnlich, pathos = das Leiden).

Die Homöopathie ist eine medizinische Heilmethode. Sie wird sowohl bei Menschen jeden Alters als auch bei Tieren erfolgreich praktiziert. Sie kann sowohl bei akuten Beschwerden als auch bei chronischen Erkrankungen eingesetzt werden.

Die Homöopathie wird im Rahmen der Komplementärmedizin - ergänzend zu anderen medizinischen Verfahren (zum Beispiel der Schulmedizin) - angewendet. Dies ist vor allem bei chronischen Erkrankungen der Fall. Sie kann aber auch anstelle anderer Therapieformen verordnet werden. Dies ist allerdings vom individuellen Krankheitsbild abhängig, welches ganzheitlich erfasst wird.

Die Homöopathie ist eine ganzheitsmedizinische Methode. Sie bezieht neben körperlichen Symptomen auch die seelischen Befindlichkeiten in ihre Betrachtungen mit ein. Die Interaktion mit der Umwelt – das Verhalten – wird ebenfalls berücksichtigt. Dazu setzt sie spezielle therapeutische Verfahren ein. Die Homöopathie folgt hier strengen Prinzipien: dem Ähnlichkeitsprinzip, der Arzneimittelprüfung und der Potenzierung.

Die Homöopathie ist eine Regulationstherapie. Das bedeutet, sie nutzt die körpereigene Fähigkeit zur Regulation und Regeneration, indem sie die Abwehrkräfte stimuliert. Dazu verwendet sie homöopathische Einzelmittel. Ziel der Homöopathie ist es, die Selbstheilungskräfte zu mobilisieren und so Heilung - oder bei chronischen Erkrankungen zumindest eine bedeutende Reduktion der Beschwerden - herbeizuführen.

Die Homöopathie ist eine ärztliche Methode. Das heißt, sie darf in Österreich nur von Ärzten beziehungsweise Tierärzten angewendet werden. Sie alle haben ein naturwissenschaftliches Studium der Humanmedizin oder der Veterinärmedizin abgeschlossen und eine mehrjährige Zusatzausbildung in Homöopathie absolviert.

Prinzipien der homöopathischen Medizin

Ähnliches mit Ähnlichem heilen

Das Ähnlichkeitsprinzip besagt, dass ein homöopathisches Arzneimittel jene Symptome heilt, die es bei gesunden Menschen auslöst. Ein Beispiel: Schneidet man eine Küchenzwiebel, verursacht das tränende Augen. Die Nase läuft. Die Tränen sind milde und nicht wundmachend, das Nasensekret hingegen wird als scharf und wundmachend empfunden. Das sind Symptome, die auch bei einer Erkältung oder allergischen Reaktion auftreten können. Die homöopathische Zubereitung der Küchenzwiebel – das Arzneimittel Allium cepa – kann nun genau diese Symptome lindern. Ähnliches wird also mit Ähnlichem geheilt. Oder wie es Hahnemann auch ausdrückte: „Similia similibus curentur“. Welche Symptome ein homöopathisches Arzneimittel zu heilen vermag, wird in Arzneimittelprüfungen ermittelt.

Standardisiert und protokolliert

Bei einer Arzneimittelprüfung nehmen gesunde Testpersonen ein homöopathisches Arzneimittel ein. Arzneimittelprüfungen werden nach einem standardisierten Verfahren durchgeführt. So weiß zum Beispiel nur der Studienleiter, welches Arzneimittel getestet wird. Es handelt sich also um einen „Blindtest“. Die Testpersonen protokollieren nun alle Symptome, die das Homöopathikum bei ihnen hervorruft. Dabei wird zwischen drei Symptomgruppen unterschieden:

  • Körperliche Allgemeinsymptome wie z.B. Müdigkeit oder Durst
  • Geist- und Gemütssymptome wie z.B. Angst, Traurigkeit oder Erregung
  • Lokalsymptome wie z.B. Herzklopfen oder Atemnot

Nach Studienende wertet der Studienleiter die Testprotokolle aus. Symptome, die häufig auftreten, werden dem Arzneimittel zugeschrieben und in das Arzneimittelbild aufgenommen. Das so ermittelte Arzneimittelbild – also die Gesamtheit der darin aufgenommenen Symptome – muss dem individuellen Krankheitsbild weitgehend entsprechen, um positive Resultate zu erzielen.

Potenzieren: Verdünnen & Verschütteln

Homöopathische Arzneimittel werden schrittweise verdünnt und verschüttelt, also potenziert. D-Potenzen entstehen, wenn ein Teil der Urtinktur mit neun Teilen des Lösungsmittels verdünnt und verschüttelt wird, also im Verhältnis 1:10. C-Potenzen werden im Verhältnis 1:100 verdünnt und verschüttelt. Man erhält so die Potenz D1 bzw. C1. Nimmt man nun einen Teil der Potenz D1 bzw. C1 und verdünnt und verschüttelt diese wieder im Verhältnis 1:10 bzw. 1:100, erhält man eine D2 bzw. C2. Dieser Schritt wird solange wiederholt, bis die gewünschte Potenz erreicht ist.

Homöopathie

ist patientenorientiert.

Arzneimittel 1x1

Homöopathische Arzneimittel werden hauptsächlich aus pflanzlichen, tierischen, organischen oder anorganischen Ausgangsstoffen hergestellt. Homöopathische Einzelarzneien gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen: Tropfen, Tabletten, Globuli, Salben und Ampullen. Homöopathische Komplexmittel beinhalten eine Kombination mehrerer, bewährter Einzelmittel. Hier gibt es neben Tropfen, Tabletten und Ampullen auch Nasensprays, Salben oder Gels, selten auch Zäpfchen oder Globuli. Aufgrund der speziellen Herstellungsart und ihrer Ausgangsstoffe dürfen Homöopathika nicht mit Phytotherapeutika, Bachblüten oder Nahrungsergänzungsmitteln verwechselt werden. Die Herstellung von Arzneimitteln unterliegt dem Österreichischen Arzneimittelgesetz. Das bedeutet, dass sie ebenso wie herkömmliche Arzneimittel unter strengsten, behördlichen Auflagen produziert werden. Dazu zählen u.a. die für alle Produktionsanlagen gleichermaßen vorgeschriebenen Hygienebedingungen.


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Arzneimittel Herstellung

Die Herstellung homöopathischer Arzneimittel ist im Homöopathischen Arzneibuch (HAB) streng geregelt. Lösliche Ausgangsstoffe werden zunächst zu einer Urtinktur verarbeitet. Feste Ausgangsstoffe werden verrieben und so in Pulverform gebracht. Die Urtinktur wird nun mit einem Lösungsmittel – meist einem Alkohol-Wasser-Gemisch – verschüttelt. Dies geschieht in mehreren Schritten. Solange, bis die gewünschte Potenz erreicht ist. Ein besonderes Qualitätsmerkmal ist die Handverschüttelung. Das heißt, dass die Produktionsschritte von der Urtinktur bis zur gewünschten Potenz händisch erfolgen.

Feste Ausgangsstoffe werden analog dazu schrittweise mit Milchzucker verrieben, bis die gewünschte Potenz erreicht ist. Die Herstellung von Globuli erfordert einen weiteren Schritt: Hier werden kleine Saccharosekügelchen mit Tropfen der gewünschten Potenz imprägniert.

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Komplexmittel

Homöopathische Komplexmittel beinhalten eine Kombination von bewährten Einzelarzneien. Zusammengestellt wurden sie von erfahrenen homöopathischen Ärzten.

Anders, als in der Klassischen Homöopathie – sie arbeitet ausschließlich mit Einzelmittel – werden Komplexmittel nach Indikation (z.B. Heuschnupfen, Husten, Kopfschmerzen) verordnet. Homöopathische Komplexmittel eignen sich vor allem für die Selbstmedikation und für kleinere Beschwerden. Da das Erkennen des richtigen Einzelmittels für Laien schwierig ist, sind Komplexmittel in der Selbstmedikation beliebt. Doch auch hier gilt: Verschwinden die Beschwerden nicht binnen weniger Tage, ist ein Arzt bzw. Tierarzt aufzusuchen.

Homöopathie

ist Vielfalt ohne Ausschluss.

Im Überblick: Homöopathische Humanmedizin

Für das Wohl der Tiere:

Homöopathische Veterinärmedizin

Im Überblick: Homöopathische Veterinärmedizin

Für das Wohl der Menschen:

Homöopathische Medizin

Rechslage zur Ausübung und Anwendung homöopathischer Medizin in D-A-CH Region

Die Ausübung des Ärzteberufs ist in Europa unterschiedlich geregelt. Auch innerhalb der Europäischen Union ist sie Landessache. Daher sind in einigen Ländern auch Heilpraktiker dazu befugt, Patienten zu behandeln.

Rechtliche Lage

Mehr oder weniger einheitlich geregelt ist die Zulassung bzw. Registrierung homöopathischer Arzneimittel. Einzelmittel können in einem vereinfachten Verfahren, ohne Angabe einer Indikation, bei der jeweiligen Behörde registriert werden. Homöopathische Komplexmittel werden meist mit Indikation zugelassen. Sie müssen aber einen Nachweis der therapeutischen Wirksamkeit erbringen. Sehr unterschiedlich ist die Kostenübernahme einer homöopathischen Therapie durch die gesetzlichen Sozialversicherungssysteme geregelt.

In Österreich

In Österreich ist die ärztliche Tätigkeit im Ärztegesetz geregelt. So dürfen Patienten in Österreich ausschließlich von approbierten Ärztinnen und Ärzten behandelt werden. Den Beruf des Heilpraktikers gibt es nicht. Das gilt auch für die Behandlung von Tieren.

Homöopathika sind per Arzneimittelgesetz als Arzneimittel definiert. Sie müssen bei der Arzneimittelbehörde zugelassen bzw. registriert werden, bevor sie in Verkehr gebracht werden dürfen. Auf homöopathischen Einzelmitteln, die nur registriert sind, dürfen keine Indikationen angegeben werden. Die Bezahlung einer homöopathischen Behandlung wird von der gesetzlichen Krankenkasse nur in Ausnahmefällen übernommen. Dies ist dann der Fall, wenn zwingende therapeutische Gründe vorliegen. Die Kosten werden in Einzelfällen übernommen, wenn unter anderem folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Die Therapie kann nicht mit Arzneimitteln durchgeführt werden, die im Erstattungskodex angeführt sind.
  • Herkömmliche Arzneimittel haben keinen Erfolg gebracht oder sind mit unzumutbaren Nebenwirkungen verbunden.
Letzteres kann beispielsweise bei Unverträglichkeiten bzw. Allergien gegen erstattungsfähige Wirkstoffe greifen.

Es gibt jedoch private Zusatzversicherungen, die auch eine homöopathische Behandlung bezahlen.

In Deutschland

In Deutschland dürfen neben Ärzten auch Heilpraktiker die Behandlung von Patienten durchführen. Ihre Tätigkeit ist im Heilpraktikergesetz geregelt. Ebenso wie in Österreich ist die Zulassung bzw. Registrierung homöopathischer Arzneimittel auch in Deutschland im Arzneimittelgesetz geregelt. Auch in Deutschland dürfen auf Arzneimitteln, die nur registriert wurden, keine Indikationen angegeben werden.

Die Versicherungsregelung ist bei unserem Nachbarn allerdings eine andere als in Österreich: Während es bei uns eine Pflichtversicherung gibt, gilt in Deutschland eine Versicherungspflicht. Das heißt, dass ab einem bestimmten Einkommen unter mehreren Versicherungen gewählt werden kann. 85 Prozent der Versicherungen in Deutschland - wie zum Beispiel die Techniker Krankenkasse oder die Hanseatische Krankenkasse - übernehmen auch die Kosten für eine homöopathische Behandlung.

In der Schweiz

In der Schweiz gibt es neben Ärzten auch Naturärzte und Komplementärtherapeuten. Allerdings ist ihre Zulassung nicht einheitlich geregelt, sondern Sache der Kantone. So gibt es in einigen Kantonen eine Gesetzesgrundlage, die ihre Berufsausübung regelt, in anderen nicht.

Bemerkenswert hier ist, dass sich zwei Drittel der Schweizer per Volksentscheid für die Aufnahme ganzheitlicher Methoden - darunter der Homöopathie - in die gesetzliche Grundversorgung aussprachen. Nach einer sechsjährigen Probezeit wurden diese im Mai 2017 endgültig in die obligatorische Grundversicherung aufgenommen. Damit nimmt die Schweiz eine Vorreiterrolle in Europa ein.